Von der Halle an den Fels...

… so hieß der Kurs der Sektion Siegburg des deutschen Alpenvereins, der die Teilnehmer der Kletter-AG für Fortgeschrittene des Albert-Einstein-Gymnasiums und des Rhein-Sieg-Gymnasiums für ein Wochenende nach Belgien in die Klettergebiete um Namur und Yvoir und in den Steinbruch von Durnal führte. Alle klettern nun schon seit wenigstens einem Jahr zuerst in der Einsteiger-AG jeden Freitag von 14 bis 15 Uhr in der Sporthalle des RSG und dann in der Fortgeschrittenen-AG in der Arena Vertikal in Troisdorf-Spich immer dienstags von 17.30 bis 19 Uhr unter Leitung des Schulleiters des AEG, Michael Arndt. Der Leiter des Kurses „Von der Halle an den Fels“, Absolvent der Sporthochschule Köln Nico Schlickum, bestätigte schon bei einem Vortreffen in der Kletterhalle, dass alle gute Grundlagen für das Outdoor-Klettern gelernt hätten. Über das Wochenende berichten Steffi Scharmann, Tobias Eisen und Simon Herb: 

 

Kletterausflug nach Namur in Belgien

Am 31.05.2018 sind wir mit sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Kletter-AG für Fortgeschrittene des AEG und RSG zu einem 4-tägigen Ausflug nach Belgien zum Klettern aufgebrochen. Wir sind zuerst mit dem Auto ca. 2 Stunden ins Klettergebiet Hotton bei Namur gefahren. Als wir im Klettergebiet ankamen, dachten wir uns nur: „Wow“, denn die Felswand war einfach nur gigantisch und wir wussten, dass wir gleich dort hinaufsteigen müssten. Denen, die zum ersten Mal mit am Felsen waren, hat unser Trainer Nico erstmal erklärt, was im Vergleich zur Kletterhalle beim „Vorsteigen“ anders ist. Vorstieg bedeutet, dass man das Seil mit nach oben nimmt und das Seil nicht schon in der Wand hängt. Außerdem hat er  erklärt, wie man „umbaut“, das heißt, wie das Seil am Ende der Kletterroute richtig befestigt wird, um wieder abgelassen zu werden. Der Fels war aus Sandstein und man konnte dort gut klettern, denn es gab einfache Routen mit gestuftem Gelände. Es gab aber auch fast glatte Wände, welche schwer zu erklettern waren. Am Fels ist das Klettern viel gefährlicher, weil es passieren kann, dass man fällt und die Sicherungshaken sind dort oft 2 bis 3 manchmal sogar 4 Meter auseinander. Bevor wir unsere erste Route geklettert sind, dachten wir uns, dass wir das nie schaffen würden. Die Wand war in unseren Augen  nämlich unendlich hoch. Doch sofort wurden wir ermutigt, die Route zu probieren. In den ersten paar Metern erschien es uns wie ein Himmelfahrtskommando und als wir die Hälfte geschafft hatten und nach unten schauten, fühlten wir uns ein wenig unwohl. Aber dann ganz oben auf einem Plateau zu stehen, sich zu denken: „Ich hab es geschafft“ und die atemberaubende Aussicht über das Tal zu genießen, war unbeschreiblich schön. Die zweite Route an diesem Tag war aber mindestens genauso schön. Diese sind wir mit sehr viel mehr Selbstvertrauen angegangen, da ja schon eine Route geklettert war, welche uns unsere anfängliche Angst vor der gigantischen Größe der Wand genommen hatte. Die Schwierigkeit dieser Route bestand darin, sich am Ende durch eine ca. drei Meter hohe Felsspalte auf einen einzelnen Felsstift zu befördern. Nach und nach hat jeder von unserer Truppe mal auf diesem Felsstift gestanden, die Anderen beobachtet und die Aussicht genossen.

Die höchste Route, die wir geklettert sind, war 30 Meter hoch. Dabei haben wir gelernt, neue Techniken und Geräte einzusetzen. Zum Abendessen gab es in unserer Unterkunft Spaghetti mit Tomatensoße. Wir waren in einem Schlafsaal, in dem 50 Betten standen, und konnten trotz vieler Mücken und muhender Kühe gut schlafen. Das einzige, was nicht so gut war, war, dass die Betten sehr kurz waren und die Füße aus dem Bett hingen. Am zweiten Tag sind wir bereits um 7.00 Uhr aufgestanden und sind nach dem Frühstück sofort wieder an den Fels gegangen, wo wir weitere Techniken gelernt haben. Teilweise konnten wir uns auf Felsvorsprünge stellen, ohne uns festzuhalten, obwohl auf dem Felsen viele Blätter liegen und dort auch Sträucher wachsen. Wir hatten viel Spaß und das Wetter war sonnig und schön. Abends als wir wieder an der Hütte waren, haben wir ein 3-Gänge Menü gegessen: eine Suppe als Vorspeise, einen Fleisch-Kartoffelauflauf als Hauptspeise und ein Mousse au chocolat als Nachspeise. Leider regnete und gewitterte es die halbe Nacht lang, so dass wir am Samstag Morgen feststellen mussten, dass es zu nass und damit gefährlich war, am Fels zu klettern. Also starteten wir mit einer kleinen Theorieeinheit zum Thema Ökologie und Nachhaltigkeit und nutzten die Gelegenheit, um etwas über die Lebensräume und den Naturschutz des Felsens zu lernen. Am frühen Nachmittag machten wir uns auf den Weg um uns die belgische Stadt Namur anzuschauen. Bei der Besichtigung des Stadtschlosses stand die Suche nach einem Spielplatz mit Klettermöglichkeiten im Vordergrund. Wir haben alle den Aufenthalt als schön und lehrreich empfunden und wollen dies hoffentlich noch häufig wiederholen.

 

Steffi Scharmann, Tobias Eisen und Simon Herb 

 

Schüler Kletter Bild Team

 

Schüler Kletter Bild Top

 

Schüler Kletter Bild Team2