Allgemeine Informationen

Der Guatemala-Austausch wird seit drei Jahren am AEG angeboten. Es ist ein individueller Austausch, d.h. das AEG fungiert als Vermittler zwischen den Familien, der Aufenthalt und die Reise nach Guatemala liegen jedoch in der Eigenverantwortung der deutschen Familie. Unsere Gastschüler kommen i.d.R. Mitte November und bleiben bis zum letzten Schultag vor den Weihnachtsferien, d.h. ca. 5 Wochen. Unsere Schüler dürfen im Gegenzug über die Oster- oder Sommerferien (+/- 2 Wochen vorher/nachher) nach Guatemala reisen. Die Anmeldung zum Austausch erfolgt über Frau Anne Brosius im Frühjahr eines jeden Schuljahres. In diesem Schuljahr nehmen drei Schüler aus der 9, EF und Q1 teil.
© Anne Brosius


Schülerbericht zum Guatemalaustausch von Christiane Unkrig
Im Spanischunterricht von Frau Brosius hörte ich das erste Mal von dem Austausch mit der deutschen und der österreichischen Schule in Guatemala- Stadt. Ich bewarb mich, und hatte Glück, denn tatsächlich wurde mir eine Austauschschülerin zugeteilt. Wir nahmen den Kontakt auf und verstanden uns glücklicherweise von Anfang an echt gut.
Am 14.11.2015 war es das dann endlich so weit: die Gualtemalteken kamen in Deutschland an. Vorher hatte die aus 54 Schülern bestehende Gruppe schon eine Bildungsreise durch Europa gemacht (Madrid, Barcelona, Paris).
Carmen schien sich von Anfang an gut einzuleben. Sie besuchte mit mir vormittags den Unterricht (denn von der Schulpflicht waren wir leider nicht befreit und nachmittags und am Wochenende unternahmen wir etwas. Die Unternehmungen gingen von Bowling, über Wanderungen, bis hin zum Weihnachtskonzert im Hamburger Michel und Carmen machte alles fröhlich mit. Man muss allerdings auch dazu sagen, dass es in Guatemala für die Kinder nicht möglich ist, einfach so mit dem Bus in die Stadt zu fahren um mit Freunden shoppen zu gehen, da es aus sicherheitstechnischen Gründen einfach nicht klug wäre. Und so wurden sogar einfache Bahnfahrten nach Bonn zum kleinen Abenteuer.
Und plötzlich waren die 5 Wochen vorbei und wir mussten uns verabschieden. Mit einem Abschiedsessen mit allen 3 gualtemaltekischen Austauschschülern und ihren Gastfamilien verbrachten wir den letzten Abend und nach einem emotionalen Abschied stiegen die drei Austauschschüler, die unsere Schüler besuchten, Carmen, Oscar und Elisa, wieder in den Bus und waren weg.
Doch schon im Frühjahr 2016 gab es wieder Grund zur Freude, denn der Gegenbesuch stand an. Und nachdem der Flug gebucht, die Impfungen abgeschlossen und die Beurlaubung von der Schule eingeholt war, hieß es nur noch abwarten.
Dann war es endlich so weit und das Abenteuer ging los. Nach einem 15- stündigen Flug kamen wir endlich an und wurden sehr herzlich von unseren Gastfamilien begrüßt.
Ein paar Tage später begann für mich dann so langsam der gualtemaltekische Alltag, was natürlich bedeutete zur Schule gehen zu müssen. Schule bedeutete in meinem Fall: um 05:00 Uhr morgens aufzustehen, um 05:30 Uhr in den Bus zu steigen, mit diesem eine Stunde zur Schule zu fahren und dann noch eine Stunde in der Schule zu warten. Diese Umstände waren dadurch geschuldet, dass ich relativ weit entfernt von der Schule gewohnt habe, allerdings auch dadurch, dass der Verkehr in Guatemala- Stadt einfach um eine spätere Uhrzeit so schlimm wäre, das man mindestens 2 ½ Stunden benötigt hätte und so, gar nicht mehr in die Schule hineingekommen wäre, denn um 08:00 Uhr werden die Tore der Schule aus sicherheitstechnischen Gründen geschlossen und man gelangt nicht mehr hinein.
Der Unterricht war für mich mal mehr, mal weniger interessant, da Carmen zu diesem Zeitpunkt die achte Klasse besuchte und ich nach den Ferien in die Zehnte versetzt werden würde.
Glücklicherweise wurden aber die meisten Fächer auf deutsch unterrichtet, so dass ich trotzdem dem Unterricht folgen konnte, obgleich ich erst seit zwei Jahren Spanisch lerne.
Unter der Woche unternahmen wir nur gelegentlich etwas, da Carmen viel für die Schule zu tun hatte und ihre Eltern arbeiten waren, doch an den Wochenenden machten wir immer etwas größere Ausflüge. So waren wir zum Beispiel in Antigua, dass ist die frühere Hauptstadt Guatemalas, welche bei einem Erdbeben vor etwa 300 Jahren zu sehr großen Teilen zerstört wurde.
An einem anderen Wochenende fuhren wir zum Lago de Atitlán, einem der größten Seen in Lateinamerika, wo es einfach wunderschön war. Und dann war es irgendwann auch Zeit wieder nachhause zu fahren allerdings mit einem lachenden und einem tränenden Auge.
Wenn ich jetzt an diese Zeit in Guatemala zurückdenke, fallen mir viele Dinge wieder ein. Zum Beispiel habe ich einmal mit der Haushälterin von Carmens Familie zusammen in der Küche gesessen und sie hat mir von den zwei Seiten der Stadt erzählt. Da gibt es die eine Seite (die neue) in der Carmen mit ihrer Familie lebt und dann gibt es da noch den anderen Teil (den alten) in dem die ärmere Bevölkerung lebt. Die Politiker des Staates Guatemala sind, und das weiß dort eigentlich jeder, ziemlich korrupt, so dass der Etat der eigentlich für die Erhaltung der Straßen und generell für die Erhaltung des alten Teil der Stadt gedacht ist, eher schon mal in die Taschen der Politiker wandert, weshalb ein großer Teil der Stadt ziemlich marode ist. Ich für meinen Teil habe allerdings nicht viel vom alten Teil der Stadt gesehen, da Carmens Eltern es zu unsicher fanden sehr viel Zeit in diesem Teil der Stadt zu verbringen, was ich auch verstehen kann.Abschließend kann ich sagen, das ich definitiv wieder nach Guatemala reisen werde und das alles für mich eine unglaubliche Erfahrung gewesen ist, die ich niemals vergessen werde.